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Venetien, das Land im Rechteck zwischen den Dolomiten und der Po-Ebene, zwischen Gardasee und Adria - unbekannt jenen, die in den Bergen "hängen bleiben" oder die zu den Küsten Italiens durchbrausen. Und die, die sich dennoch dorthin aufmachen, kennen zumeist eine Richtung: nach Venedig, in die berühmte Stadt der Kunst und der Kanäle, Traumziel von Reisenden aus aller Welt. Die, vor denen die Stadtgründer zu Beginn des 5. Jh. in die Lagune flüchteten, kamen aus dem Norden, waren aber kein Touristen, sondern germanische Barbaren. Letztere kommen heute nur noch selten in die Region, dafür immer mehr Menschen mit Interesse und Gespür für reizvolle Landschaften, prachtvolle alte Villen, delikate Weine und außergewöhnlichen Kulturgenuss. Und in zunehmendem Maße reizt heute das Festlandsgebiet, die "Terraferma". Mit seinem eindrucksvollen Gardasee im Westen der Provinz - eingebettet zwischen himmelstürmenden Felswänden -, den überaus sehenswerten alten Städten Verona, Vicenza oder Padua und ihren Kunstschätzen, mit ihren reizenden Städtchen und Dörfern im zentralen Hügelland, wo man seit Jahrhunderten berühmte Weine keltert und hochprozentigen Grappa brennt, oder das von etlichen Wasserläufen durchzogene Treviso und Belluno vor der Kulisse mächtiger Alpenberge, beide verziert mit hübschen Laubengängen. Viele Gäste kommen "nur" zum Baden an den Lido von Cavallino und Jesolo, jenen Strand zwischen der Lagune und dem Golf von Venedig. Andere besuchen die annähernd 90° C heißen Thermalquellen der Kurorte am Rande der Euganeischen Berge, von denen es wiederum nur ein Katzensprung ist zu den einmaligen Villen aus dem 16. Jh., die entlang des Unterlaufs des Brenta-Flusses wie an einer Perlenkette aufgereiht sind. Was Goethe schon während seiner Italienreise vor 200 Jahren begeistert beschrieb, ist eben auch heute noch (oder gerade wieder) einen Besuch wert. SEHENSWERTES: Über Venedig muss man kaum Worte verlieren; seine unzähligen Kanäle, prunkvollen Paläste, prächtigen Kirchen und unschätzbaren Kunstwerke Kunstwerke verleihen der Stadt das Prädikat "einzigartig". Verona ist nicht nur wegen des kleinen Balkons, der durch Shakespeares Drama von Romeo und Julia Berühmtheit erlangte, viel besucht, sondern vor allem wegen seiner römischen Arena und den Opernfestspielen. Sehenswert auch die Piazza della Erbe und die Skulpturensammlung im Museo Civico d'Arte. Paduas prachtvolle Basilika ist dem heiligen - na, wie heißt er gleich? - ach ja, Antonius, geweiht ... dem Patron der Vergesslichen. Als eine der großartigsten Sakralbauten Italiens vereinigt sie in harmonischer Weise unterschiedlichste Stilrichtungen. Vicenza, die Geburtsstadt von Palladio, wird wegen ihrer vielen Renaissance-Paläste und Kirchen oft als "Venedig der Terraferma" bezeichnet. Das Teatro Olympico war zur Zeit der Erbauung (Ende des 16. Jh.) das erste überdachte Theater seit der Römerzeit. Ein Kleinod inmitten mittelalterlicher Stadtmauern ist schließlich auch Treviso mit seinem originellen Fischmarkt. FESTE UND VERANSTALTUNGEN: Weltberühmt ist der Karneval von Venedig. Pure Lebensfreude vermitteln auch viele farbenfrohe historische Feste, bei denen es auf dem Canale Grande vor Booten und bunten Gondeln oft nur so wimmelt - u.a. "Regata delle Befane" (Regatta am Dreikönigsfest, 6. Januar), an Christi Himmelfahrt die "Festa della Sensa" (Vermählung mit dem Meer) oder Venedigs historische Regatta am 1. Septembersonntag. Musikliebhaber, Theaterfreunde und Cineasten geben sich ein Stelldichein während der jährlich stattfindenden Biennale. Im Juli/August strömen ganze Heerscharen zu den Opernfestspielen in die Arena von Verona. Einzigartig ist auch das Schachturnier mit lebenden Figuren, das immer in den "geraden" Jahren im September in Marostica stattfindet. SPEISEN UND GETRÄNKE: Der Gegensatz von Küste und Hinterland bestimmt auch die Küche: Muscheln, Krabben und Seespinnen hier, Wildgerichte und einer Reis als Pasta dort. Sektliebhaber werden mit Sicherheit den Prosecco genießen; zum Essen kredenzt man die Weine Valpolicella, Soave und was gehaltvoller mag: Der Amarone hat's sich vom Grappa ganz zu schweigen!
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